Unsere Kirche bröckelt...

Seit mehr als zweihundert Jahren ist die Zwiebelturmkirche ein wichtiger Bezugspunkt in unserer Stadt.
Markant erhebt sich ihr Turm über der Hauptstraße und bietet Orientierung für alle, die in Sprockhövel leben oder unseren schönen Ort besuchen. Für viele ist die Zwiebelturmkirche das Wahrzeichen unserer Stadt. Und nicht wenige verbinden mit diesem Ort ganz persönliche Erlebnisse.
Ob Taufen, Konfirmationen oder Hochzeiten, Advents-, Weihnachts- oder Ostergottesdienste, Konzerte oder Ausstellungen: Unter dem Dach dieser besonderen Kirche haben Menschen verschiedenster Generationen Freude, Gemeinschaft und Zuspruch erlebt. Fast jeder hat von dort etwas für sein Leben mitgenommen. Leider ist dieser Raum der Begegnung und des Miteinanders zunehmend bedroht. Wind und Wetter haben der Kirche erheblich zugesetzt. Das Dach und die Fassade sind betroffen. Zudem sind im Innenraum Risse erkennbar. An manchen Stellen dringt bereits Wasser ein.
Voller Sorge schaut Pfarrer Arne Stolorz auf diese Situation. Lieber heute als morgen würde er die Kirche renovieren lassen.
Nur: Woher soll er das Geld nehmen?
Aus vielen Vorgesprächen mit Fachleuten weiß er, dass es mit Ausbesserungen nicht mehr getan ist. Sinnvoll wäre es, das Dach, die Fassade und den Innenraum umfassend zu sanieren. "Was das kosten wird, weiß bis heute keiner", sagt Stolorz. Die Kosten sind angesichts der besonderen Dachkonstruktion noch nicht absehbar. Auch die Sandsteinfassade müsste zunächst sorgfältig untersucht werden, um eine seriöse Schätzung machen zu können. "Wir müssen mit Kosten von mindestens 600.000 Euro rechnen.
Aber es können leicht auch mehr als eine Million werden", seufzt Stolorz. Bei einem solchen Bauvorhaben sei die Gemeinde finanziell überfordert. Die Rücklagen, die in den letzten Jahren gebildet wurden, reichten bei Weitem nicht aus. Die Gemeinde hoffe deshalb auf Spenden. Der Blick des Pfarrers huscht über die Fassade, aus der zunehmend der Sandstein bröckelt: „Wenn wir nicht bald tätig werden, müssen wir den Bereich um die Kirche sperren oder die Fassade verhängen. Es wäre ein Jammer für die Gemeinde und die ganze Stadt“. Stolorz baut auf die Solidarität der Sprockhöveler. In der Vergangenheit hätten sich die Menschen immer wieder großzügig gezeigt, „ihrer“ Zwiebelturmkirche zu helfen. Zuletzt mit einer neuen Heizung. „Gemeinsam können wir diesen Kraftakt schaffen. Auch vermeintlich kleine Spenden helfen uns, die Sanierung mit Zuversicht anzugehen. Unter dem Motto: «Unser Dorf. Unsere Kirche! Bröckelt» rufen wir alle Interessierten auf, sich zu engagieren. Damit wir alle auch die nächsten Jahrzehnte stolz auf unser Wahrzeichen sein können“.